Um das Schutzschirmverfahren, unter dem Condor seit der Thomas-Cook-Pleite in Eigenregie fliegt, wie geplant Ende September zu verlassen, benötige sie keinen Käufer, versichert die Airline auf Nachfrage von Reise vor9. Das Unternehmen werde dann an eine sogenannte Restrukturierungsgesellschaft gehen und sei durch den Kredit der Bundesregierung "durchfinanziert". Ein neuerlicher Investorenprozess werde zu einem späteren Zeitpunkt gestartet.
Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte Teckentrup, er rechne nicht damit, dass die Luftfahrt 2023 bereits wieder das alte Niveau erreichen werde. "Ich denke, das wird bis 2024 dauern", so der Airline-Chef. Seine lange Erfahrung in der Branche lehre ihn, "lieber pessimistisch zu sein".
Die unter einem staatlichen Schutzschirm fliegende Condor habe in Corona-Zeiten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, glaubt Teckentrup. Denn im Zuge des Schutzschirmverfahrens habe Condor kein Kerosin "hedgen", also sich ein Kaufrecht zu Preisen von 2019 sichern dürfen. Angesichts der niedrigen Treibstoffpreise könne Condor nun günstig einkaufen, während etwa Lufthansa rund eine Milliarde Euro abschreiben müsse.
Auch für den anstehenden Umbau der betagten Flugzeugflotte stünden die Zeichen gut. Man könne derzeit günstig Flugzeuge leasen, weil zahlreiche Airlines ihre Bestellungen bei den Herstellern stornierten. Die künftige Flotte werde wohl um bis zu ein Viertel keiner ausfallen als die jetzige; modernisiert werde sie aber gleichwohl. Auch beim Personal werde man weiter sparen müssen. Condor werde zwischen 650 und 1.000 Stellen abbauen.
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