30. Juli 2026 | 15:43 Uhr
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Bahn kehrt nach sieben Jahren in Gewinnzone zurück

Die Deutsche Bahn hat ihr Ergebnis im ersten Halbjahr deutlich verbessert. Das Ergebnis nach Steuern im Kerngeschäft stieg von minus 760 auf plus 147 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 1,8 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro zu. Zugleich beförderte die DB mit rund 960 Millionen Fahrgästen 17 Millionen Menschen mehr als im Vorjahr.

Deutsche Bahn ICE 1

Operativ gibt es weiterhin viele Baustellen, aber immerhin schreibt die Bahn wieder ein positives Ergebnis

Als Gründe für die wirtschaftliche Erholung nennt die Bahn eine bessere Entwicklung der Geschäftsfelder, erste Kostensenkungen und den Personalabbau in der Konzernleitung sowie bei internen Dienstleistern. Beim Stellenabbau seien rund 30 Prozent der für 2028 gesetzten Ziele erreicht.

"Zum ersten Mal seit sieben Jahren schreibt unser Eisenbahngeschäft unterm Strich wieder schwarze Zahlen", sagt Bahnchefin Evelyn Palla. Zufrieden sei sie aber erst, wenn auch die Qualität des täglichen Zugverkehrs überzeuge.

Fernverkehr schafft die Wende

DB Fernverkehr erzielte ein bereinigtes operatives Ergebnis von 148 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte die Sparte noch einen Verlust von 59 Millionen Euro ausgewiesen. Seit April legten die Ticketverkäufe zu.

Nach Angaben der Bahn nutzten 600.000 Fahrgäste das Last-Minute-Angebot. Rund 200.000 Reisende buchten ein Familienticket, die kostenlose Jugend-Bahncard wurde etwa 50.000-mal bestellt. Die Verkehrsleistung blieb wegen der vielen Baustellen dennoch unter dem Vorjahresniveau.

DB Regio steuerte ein operatives Ergebnis von 89 Millionen Euro bei. Der Umsatz stieg um vier Prozent. Vor allem auf Pendlerstrecken nahm die Nachfrage zu, da Berufstätige angesichts höherer Kraftstoffpreise vom Auto auf den Zug wechselten.

Investitionen steigen auf 8,7 Milliarden Euro

Die Bruttoinvestitionen des Konzerns nahmen um 18 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro zu. Das war nach Angaben der Bahn der höchste Wert, den das Unternehmen bislang in einem Halbjahr erreicht hat. Die eigenfinanzierten Nettoinvestitionen stiegen um 89 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro.

Ein Großteil des Geldes floss in das Schienennetz. Von den für 2026 geplanten 28.000 Baustellen waren laut Palla zur Jahresmitte rund 14.000 abgeschlossen. Zugleich erhöhten sich die Nettofinanzschulden seit Jahresbeginn um etwa eine Milliarde auf 21,6 Milliarden Euro.

Trotz der Investitionen bleibt die Pünktlichkeit überschaubar. Im Fernverkehr erreichten 59 Prozent der Züge ihr Ziel mit weniger als sechs Minuten Verspätung. Bei DB Regio lag diese Quote bei 88,2 Prozent.

Für das Gesamtjahr erwartet die Bahn einen Umsatz von rund 28 Milliarden Euro und ein bereinigtes operatives Ergebnis von etwa 600 Millionen Euro. Auch unter dem Strich will der Konzern schwarze Zahlen schreiben.

Christian Schmicke

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