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Jamaika: Eine Insel, die alle Sinne anspricht

Türkisfarbenes Wasser und Palmen hat die Karibik an vielen Orten. Was Jamaika heraushebt, ist alles andere: Reggae aus allen Lautsprechern, Pimentrauch über offenem Feuer, Geschichten an jeder Straßenecke. Eine Reise von Montego Bay über Portland und Kingston bis nach Negril – und hinauf in die Blue Mountains.

Sehen: von Postkartenstrand bis Regenwald

Montego Bay liefert mit dem Doctor's Cave Beach genau jenes Bild, das für die Karibik steht: heller Sand, glasklares Wasser, eine Liege im Palmenschatten. Im Osten, rund um Portland, zieht die Insel andere Register. In der Frenchman's Cove schiebt sich Regenwald bis an den Sandstrand, ein Süßwasserfluss mündet mitten in die Bucht. Die nahe Blue Lagoon, aus dem gleichnamigen Film bekannt, wechselt je nach Sonnenstand zwischen Tiefblau und Jadegrün. Im Landesinneren stürzen die Reach Falls durch grünes Dickicht; das kühle Wasser wirkt in der Schwüle wie eine Erlösung. Wie sich Jamaika ohne Publikum anfühlt, zeigt der Winnifred Beach, wo vor allem Einheimische kochen, tanzen und lachen.

Schmecken: Küche als Erzählform

Bei einer Kochdemonstration der "Two Sisters" Michelle und Suzanne Rousseau kommen mit jedem Handgriff Anekdoten und ein Stück Geschichte auf den Tisch. Serviert werden fangfrischer Fisch, tropische Früchte, Currys, Patties, das Nationalgericht Ackee and Saltfish und über Pimentholz gegartes Jerk Chicken. Die kulinarische Bandbreite Jamaikas überrascht: Im Pier 1 in Montego Bay trifft karibische Küche auf Hafenpanorama, bei Cynthia's am Winnifred Beach isst man barfuß am Strand, im Miss Lily's in Negril werden Klassiker neu gedacht und das Devon House in Kingston ist für seine Eiskreationen berühmt.

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Reggae ist allgegenwärtig auf Jamaika, ob aus den Lautsprecherboxen oder als Kunst.©  iStock/Debbie Ann Powell

Hören: der Rhythmus einer Nation

Musik wird weniger gehört als gespürt. Reggae, Dancehall und Dub geben den Takt vor, am dichtesten in Kingston. Beim Downtown Art Walk von Kingston Creative ziehen sich Wandbilder über ganze Fassaden und in Seitengassen verstecken sich Tonstudios. Im Bob Marley Museum wird klar, dass Reggae zur Identität des Landes gehört. Prägend auch der Besuch bei den Charles Town Maroons: Nachfahren geflohener Sklaven halten Trommelrhythmen, Tänze und Erzählungen lebendig.

Erleben: Gipfel, Brandung, Leuchten

Die Blue Mountains ragen 2256 Meter hoch, der Blue Mountain Peak Trail führt durch Nebelwald zu weiten Ausblicken. Auf dem Martha Brae River gleiten Bambusflöße flussabwärts. Die Dunn's River Falls lassen sich terrassenweise erklettern. Dazu Ziplining über den Baumwipfeln und Nachtfahrten in die Luminous Lagoon, wo Plankton das Wasser blau leuchten lässt. Überraschend: Der Osten wird zur Surfdestination – der Swell am Boston Beach gilt als beste der Insel. Das Jamnesia Surf Camp in der Bull Bay bietet Surfkurse für Anfänger und Fortgeschrittene.

Bewusst geniessen

Rund 18 Prozent der Land- und Meeresfläche stehen unter Schutz, viele Unterkünfte setzen auf Solarstrom, Regenwasser und regionale Produkte. Motorlose Floßfahrten auf dem Rio Grande, die naturbelassenen YS Falls und Projekte der Rastafari und Maroons machen sanften Tourismus konkret. Danach die Entschleunigung: Spas arbeiten mit Kokosöl, Aloe Vera, Ingwer und Kaffee, dazu Yoga und Medical Wellness. Am Ende bleibt das jamaikanische "Irie" – alles ist gut.

Mehr über die Inseln der Karibik, ihre Besonderheiten und die Resorts von Sandals erfahren Sie in unserer Themenwoche Sandals & Karibik auf Counter vor9.