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So funktioniert der neue Zwischenstopp auf der Postschiffroute

Havila Voyages macht es vor: Seit diesem Frühjahr können Reisende auf der norwegischen Postschiffroute für zwei oder drei Nächte ihre Schiffsreise unterbrechen, um auf den Lofoten Station zu machen. Was genau die Gäste bei dem Havila Lofoten Coastal Stopover erwartet, erfahren Reisebüros hier.

Gebetsmühlenartig wiederholt der Havila-Mitarbeiter beim Auschecken in Stokmarknes: "Be back at five past three." Die Uhrzeit ist sehr wichtig für die Gäste, die während ihrer Reise entlang der norwegischen Küste mit dem Schiff der Havila Voyages unterwegs sind. Denn die Stopps in den Häfen sind eher kurz, manchmal zwei oder eine Stunde, manchmal nur 15 Minuten. Und die Schiffe warten nicht, denn sie fahren nach einem äußerst strengen Fahrplan. So manch ein Gast bedauerte wohl schon, in den Häfen nicht mehr Zeit für Ausflüge gehabt zu haben. Das hat sich jetzt geändert. Havila Voyages bietet seit diesem Jahr den sogenannten Lofoten Coastal Stopover an. Gäste können in Svolvær auf den Lofoten für wahlweise zwei oder drei Nächte ihr Schiff verlassen, im Thon Hotel Svolvær absteigen und dann mit einem anderen Havila Schiff ihre Reise fortsetzen – in einer ähnlichen Kabinenkategorie.

Ausflüge auf den Lofoten

Was heißt das konkret? Der Lofoten Coastal Stopover wird derzeit nur auf der südgehenden Route ab Kirkenes angeboten. Die Havila-Schiffe erreichen Svolvær dann am dritten Tag um 18.30 Uhr. Die Reise wird um 20.30 Uhr fortgesetzt. Je nachdem, ob man den Stopover mit zwei oder drei Hotel-Übernachtungen gebucht hat, bleiben den Gästen also zwei oder drei ganze Tage auf den Lofoten. Das Gepäck geht natürlich mit von Bord, es sind nicht mehr als drei Gehminuten zwischen Hafenterminal und dem Hotel.

Die Zeit in Svolvær können und müssen die Gäste selbstständig planen. Es gibt von Havila kein vorgefertigtes Programm, aber den Zugang zu einer Buchungs-Plattform für Aktivitäten vor Ort. Svolvær ist ein Touristenzentrum, hier gibt es viele Anbieter, die sich auf Ausflugstouren spezialisiert haben. Auch über das Thon Hotel – es gibt derer zwei in Svolvær – lassen sich Aktivitäten organisieren. Wer viel reist, organisiert sich leicht selbst. Allen anderen empfiehlt sich eine Buchung vorab über die Plattform oder das Hotel.

Skrei Museum Havila Lofoten Coastal Stopover
Im Juli 2026 wurde das Skrei Museum in Kabelvåg auf den Lofoten eröffnet. Das Museum widmet sich der Geschichte des Skrei, des Hochsee-Kabeljau. Als Stockfisch ist er eine Delikatesse. Die Fischerei hat die Wirtschaft und Gesellschaft der Lofoten maßgeblich geprägt.© Gloobi/M. Laßmann

Was gibt es vor Ort zu erleben? Zunächst kann man das kleine Städtchen Svolvær erkunden, oder die jeweils steilen Teufelstreppen rauf zum Djavelporten oder den Hausberg Tjelbergtinden hochkraxeln. Im Nachbarstädtchen Kabelvåg hat im Sommer das Skrei Museum ganz neu eröffnet. Hier wird hochmodern und multimedial die Geschichte des gleichnamigen Fisches, also des Hochsee-Kabeljaus und seiner immensen Bedeutung für die Lofoten, erzählt. Im gleichen Komplex findet sich ein kleines Aquarium und ein wiederaufgebautes historisches Fischerdorf. Auf den Lofoten leben viele Künstler, deshalb gibt es Galerien und ein abwechslungsreiches Kulturleben.

Über lokale Anbieter lassen sich Ausflüge buchen wie eine Seeadler-Tour, Hochseefischen oder eine Kayak-Tour. Die Preise sind "norwegisch", mit mindestens 125 Euro pro Person sollte man rechnen.

Mit einem Mietwagen kann die gesamte Inselwelt der Lofoten erkundet werden, vom charmanten Fischerörtchen Henningsvӕr bis zu den berühmten Stränden, die es reichlich gibt auf den Lofoten. Die Strände sind vor allem in der Sommersaison zu empfehlen, während im Herbst und Winter Polarlichter zu entdecken sind, auch wenn man sich dafür besser aus dem Zentrum Svolvӕrs etwas entfernt.

Apropos Preise: Das einzige, was ähnlich teuer ist wie in Deutschland sind Kaffeespezialitäten. Danach geht es nur noch aufwärts. Einfache Hauptgerichte kosten ohne Getränk und nicht als Menü um die 30 Euro. Das ist deshalb relevant, weil die Gäste an Bord der Havila-Schiffe Vollpension erhalten, auf den Lofoten ist die Hotelübernachtung nur mit Frühstück gebucht.

Havila Polaris Svolvaer Havila Lofoten Coastal Stopover
Die Havila Polaris im Hafen von Svolvær. Auf der südgehenden Route legen die Havila-Schiffe in diesem Jahr um 18.30 Uhr an und um 20.30 Uhr wieder ab.© Gloobi/M. Laßmann

Lofoten Coastal Stopover ist kein Paket

Der Lofoten Coastal Stopover von Havila selbst ist nicht als Paket zubuchbar, sondern direkt als Reiseprodukt vorab. Reisebüros sollten also vorab mit dem Kunden klären, ob er mit einem Schiff die Strecke durchfahren möchte, oder eben die Reise für zwei oder drei Nächte unterbrechen.

Im System sind die Reisen bis März 2027 buchbar, in wenigen Wochen auch der Sommer 2027. Havila arbeitet mit dynamischen Preisen, insofern ist eine Preisangabe nur als Richtwert möglich: Eine klassische sechstägige Reise für zwei Personen im November 2026 von Kirkenes nach Bergen startet in der Sea View Kabine aktuell bei gut 1.400 Euro. Mit dem Lofoten Coastal Stopover würde man ebenfalls im November in der zweitägigen Variante 1.820 Euro bezahlen.

"Be back at five past three" gilt nicht für alle: In Svolvær können Gäste des Lofoten Coastal Stopovers ihrem Schiff hinterherschauen, mit gutem Gewissen. Sie gehen erst zwei oder drei Nächte später auf ein anderes Schiff an Bord.

Haukland Beach October Havila Lofoten Coastal Stopover
Die Lofoten sind bekannt für ihre feinen Sandstrände, die von steilen Felswänden umgeben sind, wie hier am Haukland Beach.© Gloobi/M. Laßmann