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Auf der Suche nach der perfekten Freeride-Spur

Die aktuelle Skisaison ist gelaufen. Doch spätestens zum nächsten Winter wird St. Anton am Arlberg wieder zur alpinen Hochburg, nicht nur für Pistenfans, sondern auch für Freerider. Unsere Autorin hat den Reiz des Skivergnügens abseits der Piste im Januar ergründet.

St. Anton am Arlberg ist ein Anlaufpunkt für Freeride-Fans. Der Ort gilt als Herzstück des größten zusammenhängenden Skigebiets Österreichs mit 305 Kilometer Abfahrten, 88 Liften und Bahnen sowie 200 Kilometern Freeride-Gelände. Und genau das will sich die Autorin mal genauer anschauen.

Zunächst mal galt es, den Tagesausflug vorzubereiten, natürlich mit Hilfe eines Profis. In diesem Fall heißt der Experte Martin Rofner, 38 Jahre alt und Guide bei der Alpinschule Snow Experts. In einem Vorgespräch wurden die Erwartungen und vor allem das Können der Schüler beziehungsweise der Gruppe abgeklärt. Bei uns war das Niveau fortgeschritten, mit leichtem Respekt vor steilen Hängen zwar, aber soliden Fähigkeiten in nahezu jedem Gelände. Am Tag X hatte es in St. Anton seit etwa vier Wochen nicht geschneit. Doch das tat der Schneequalität kaum Abbruch. Zudem bestand keinerlei Lawinengefahr und es gab dennoch ausreichend unberührtes Gelände, wenn man sich denn auskannte. Ganz wichtig für die eigene Sicherheit und zum Schutz von Flora und Fauna sei es, solche Touren Offroad niemals alleine zu unternehmen, mahnt Rofner.

Auf die richtige Ausrüstung kommt es an

Vor dem Tag X gilt es, das richtige Equipment auszuleihen. In unserem Fall Hardware für eine Skitour mit Freeride-Abschnitt, hier ein Ski für 70 Prozent Freeride und 30 Prozent Piste plus Felle. Das war notwendig, um beim Anstieg trotz gewachstem Ski nicht zu rutschen. Auch beim Skischuh kommen spezielle Modelle zum Einsatz, die sich mittels kleiner Vertiefung an der Spitze in die Bindung einrasten lassen. Für den Ski sollte man etwa 50 Euro einplanen inklusive Skitour-Bindung und Fell. Für die Sicherheit ist ein Lawinenrucksack, ein Ortungsgerät und Schaufel notwendig, um im Ernstfall sowohl den Kunden als auch den Guide auffindbar zu machen.

Nachdem diese Pflichtübung absolviert war, folgte die Kür. Treffpunkt war um neun Uhr morgens bei Bombenwetter mit strahlendem Sonnenschein, den auch der mit 2.811 Metern höchste Gipfel Valluga strahlen ließ. Vor dem Start gab es eine kurze Technikeinführung vom Guide für die Neueinsteiger in Sachen Tourenski. Dann ging es rein in die Rendlbahn und rauf auf 2.030 Meter. Nun fuhren wir mehrere Lifte und transversierten dabei bis zur Riffelbahn II weiter ins Tal hinein und so arbeitete sich das Team nun zum Ausgangspunkt der Skitour.

Pistenspaß, den man sich mit gleichmäßigem Schritt erarbeitet

Etwa zweieinhalb Stunden dauerte der Aufstieg zur Rossfeldscharte, mit rund 450 Höhenmetern. Das Ganze ist konditionell nicht zu unterschätzen, Teilnehmer sollten nicht untrainiert sein und Ausdauer haben, um auf 2.750 Meter zu gelangen. Bei diesem Aufstieg hilft ein gleichmäßiger Schritt und das Beherrschen der Spitzkehre, vor allem an steileren Stellen.
Die Belohnung folgte im Nordhang, der trotz Sonnenschein mit zehn Zentimeter Pulverschnee aufwartete, besonders im unteren Teil. Highlight des Tages: eine 25 Minuten dauernde Abfahrt zum Genießen, abseits der Hektik und ohne andere Urlauber. Darauf folgten 25 Minuten Ziehweg, der schmal und vereist war und somit nichts für Leute ohne sicheren Schwung. Zudem ging es auf einer Seite steil in die dichtbewachsene Schlucht hinunter. Nach dem Nervenkitzel unten angekommen, ab in den Bus zurück nach St Anton.

Ganz billig ist der Spaß nicht. Für den Ausflug kommen Kosten von rund 340 Euro für den Guide zusammen, plus 50 Euro für die Ski plus Liftkarte. Fazit: Ein fantastisches Erlebnis, sich den Berg zu erarbeiten und in absoluter Stille und Einsamkeit fast schwerelos ins Tal zu gleiten. Und als Tipp für Wintersportler, die mal einen Tag abseits der Piste verbringen möchten, ist das Verwalltal oberhalb von St Anton wärmstens zu empfehlen. Eine märchenhaft anmutende Winterlandschaft, die einen wandernd zur Ruhe kommen lässt.

Sabine Schreiber-Berger