4. August 2022 | 13:52 Uhr
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Zoff zwischen SRV und Swiss verschärft sich

Die Lufthansa-Tochter Swiss hat der Forderung des Schweizer Reise-Verbands (SRV) nach einer Entschädigung von 30 Euro pro abgesagtem Flug und Passagier aufgrund der dadurch verursachten Mehrarbeit eine Absage erteilt. Verbands-Geschäftsführer Walter Kunz (Foto) legt nun nach und spricht in einem offenen Brief Klartext. In Deutschland signalisiert Lufthansa unterdessen Gesprächsbereitschaft.

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Walter Kunz

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Eine der Maßnahmen in der Zusammenarbeit mit unseren Reisebüropartnern ist die flexiblere Personalplanung beim Call Service, um bei hohem telefonischen Anfragevolumen eine gute Erreichbarkeit sicherzustellen“, teilte Swiss-Vertriebschef Tamur Goudarzi Pour dem Schweizer Portal Travel News mit. Außerdem habe Swiss kürzlich eine gebührenfreie Rufnummer für Reisebüros eingeführt. Die aktuelle Erreichbarkeit für Reisebüros betrage bei neun von zehn Anrufen nur wenige Minuten, zitieren ihn die Schweizer Kollegen. Swiss werde die Wartezeit "sukzessive weiter verkürzen". Zudem setze der Carrier die Erhebung von Gebühren aus, falls bei Umbuchungen und beim Umschreiben von Tickets unbeabsichtigte Fehler entstünden.

Offener Brief an den Swiss-Vertriebschef

Darauf reagierte der SRV-Geschäftsführer mit einem offenen Brief an den Swiss-Vertriebschef. Darin schreibt Kunz, mit der Einführung der GDS-Gebühren habe die Lufthansa-Gruppe "immer wieder gebetsmühlenartig die Argumentation verwendet, dass sie nur nach dem Verursacherprinzip handelt und deshalb diese Gebühr erheben muss". Mit seiner Aussage, dass eine weitere Vergütung für Mehraufwand bei Reisebüropartnern durch Swiss nicht vorgesehen sei, da "dies durch die frei wählbaren Service Gebühren der Reisebüros gegenüber den Kundinnen und Kunden abgegolten" sei, habe Goudarzi Pour "den Bogen nun definitiv überspannt". Eine Vergütung für den Verkauf von Tickets gebe es schon längst nicht mehr. "Nun sollen sich die Reisebüros die zusätzlichen Gebühren vom Kunden holen?", schreibt der SRV-Geschäftsführer, und fragt weiter: "Für den Mehraufwand den ihr durch die Annullation eines Fluges verursacht habt?"

"Arrogante Äußerungen"

Vielleicht sollten der SRV "die Kunden über diese Haltung der Swiss orientieren"“, droht Kunz. Genau solche Aussagen bestätigten, weshalb Swiss und die Lufthansa-Gruppe von der Branche als arrogant wahrgenommen und bezeichnet würden, wettert der SRV-Chef in Anspielung auf die jüngsten Äußerungen des DER-Touristik-Suisse-Chefs Dieter Zümpel. Das Management solle sich "überlegen, was sie mit solchen Äußerungen auslösen". Im Hinblick auf seine Forderung nach einer Entschädigung für den generierten Zusatzaufwand pro annulliertem Flugpassagier werde der SRV "weitere Schritte prüfen, falls von eurer Seite keine Lösung präsentiert wird".

Das Fachportal Touristik aktuell berichtet unterdessen, Lufthansa befinde sich in "bilateralen Gesprächen über spezielle Bonus- und Marketing-Aktionen" mit den Vertriebspartnern. Wie diese aussehen könnten, ist offenbar unklar. Durchgedrungen sei bislang, dass einige Reisebüros ein Angebot der Lufthansa Group über eine Bonuszahlung in Höhe von einem Euro pro Coupon vorliegen hätten. Das gelte vom 1. August bis zum 30. September.

Christian Schmicke

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