20. November 2020 | 15:42 Uhr
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Bund rudert bei Sitzplatzregel zurück

Das Bundesinnenministerium setzt die kürzlich bekannt gewordene Regelung, dass Bundesbedienstete bei Dienstreisen zwei Sitzplätze in Bahn und Flugzeugen für sich buchen dürfen, vorerst aus. Man nehme zur Kenntnis, dass die Regelung in der Öffentlichkeit für "Irritationen" sorge, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Bahn Zugbegleiterin

Das Thema Sicherheitsabstand in Zügen bewegt die Öffentlichkeit

Nun soll neu diskutiert werden, wie das Infektionsrisiko in Zügen am besten minimiert werden kann. Es gebe derzeit in der Bundesregierung Gespräche, wie "ganz allgemein mit der Situation auch mit Blick auf den Personenverkehr" umzugehen sei. Als Eigentümer der Deutschen Bahn werde sich der Bund nun "eine neue Lösung" dafür überlegen, wie auch in den Zügen die nötigen Abstände besser als bisher eingehalten werden könnten.

Zuvor hatten etliche Ministerien, wie etwa das Verkehrs-, Umwelt- und Gesundheitsministerium und auch das Bundespresseamt mitgeteilt, dass sie für ihre Mitarbeiter weiter nur einen Platz buchten. Die am Mittwoch von der "Süddeutschen Zeitung" unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesinnenministeriums an oberste Bundesbehörden veröffentlichte Regelung hatte Häme und Kritik ausgelöst. Denn der Bund ist Eigentümer der Bahn, die sich wiederum weigert, eine unter anderem vom Geschäftsreiseverband VDR geforderte Reservierungspflicht für ihre Fernzüge zum Schutz vor zu geringen Abständen einzuführen. Sie will vielmehr auch in der Pandemie an ihrem offenen System festhalten.

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