1. Juli 2019 | 07:00 Uhr
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Air Canada – Platzhirsch mit Qualitätsanspruch

Kanadas National Carrier setzt im Wettbewerb auf das riesige Streckennetz, das ihr das Joint Venture im Transatlantikverkehr mit Lufthansa und United eröffnet. Auch im Hinblick auf Servicequalität und Komfort gibt sich Vertriebsmanager Frank Hartung (Foto) selbstbewusst.

Hartung Frank

Air-Canada-Manager Frank Hartung rechnet mit Verkäufen auf Vorjahresniveau 

Dass sein Arbeitgeber gerade zum achten Mal in zehn Jahren von der britischen Unternehmensberatung Skytrax als beste nordamerikanische Fluggesellschaft ausgezeichnet wurde, erleichtert Frank Hartung, Manager Leisure Sales und Marketing für Deutschland und Österreich, den Job zweifellos. Schließlich sind Airlines und ihre Servicequalität in diesen Tagen zwar ein häufiges Gesprächsthema, aber kein rundum positiv besetztes. Zudem gestaltet sich das Geschäft mit Kanada-Reisen in diesem Jahr ein wenig zäher als von vielen erwartet. Und so wäre Hartung nach zwei sehr erfolgreichen Jahren in Folge in diesem Jahr schon froh, wenn das hohe Vorjahresniveau erneut erreicht würde.

"Die Preisentwicklung in Kanada, vor allem an den touristischen Hotspots, dürfte ein Grund dafür sein, dass die Nachfrage in diesem Jahr ein wenig verhaltener ist", sagt der Airline-Experte und bestätigt damit die Analyse vieler Veranstalter, die ebenfalls davor warnen, dass die touristischen Anbieter in besonders gefragten Zielen den preisbogen in der Hauptsaison überspannten. Doch insgesamt ist Hartung zuversichtlich, auch 2019 mit einem guten Ergebnis abzuschließen.

Kein Einfluss der 737-Max-Krise auf Deutschland-Verbindungen

Zu Hilfe kommt ihm dabei der Umstand, dass Flüge zwischen Deutschland und Kanada kaum von der aktuellen Krise um die Boeing 737 Max beeinflusst werden. Denn diese veranlasste Air Canada, die immerhin 24 Maschinen des Typs betreiben, die für acht bis neun Prozent der Gesamtkapazität der Airline standen, bereits Mitte März, die bisherigen Gewinnziele zu kassieren und einen Notfallplan aufzustellen. Doch die Turbulenzen beträfen in erster Linie das innerkanadische und das USA-Geschäft, versichert Hartung. Kunden aus Deutschland bekämen Flugplanänderungen allenfalls bei Umsteigeflügen zu spüren.

Dichtes Streckennetz

Obwohl keineswegs ohne Konkurrenz, ist Air Canada zusammen mit Partner Lufthansa im Kanada-Geschäft zweifellos der Platzhirsch. Wir decken rund drei Viertel des Marktes ab“, erklärt der Airline-Manager. So fliegt Air Canada zweimal täglich von Frankfurt nach Toronto und jeweils einmal nach Montréal und Calgary. Auch München hat eine tägliche Toronto-Verbindung. Im Sommer geht es außerdem täglich von Frankfurt nach Toronto. Zudem fliegt die Ferienflugtochter Air Canada Rouge während der Sommermonate viermal wöchentlich von Berlin nach Toronto. Deren Flugangebot konzentriert sich auf touristische Strecken, die sie zu Stückkosten rund 20 bis 25 Prozent unterhalb derer der Muttergesellschaft bedient. Mehr als die Hälfte der Kundschaft seien Kanadier, die nach Berlin wollten, berichtet Hartung.

Inklusive Umsteigeverbindungen erreichen Reisende mit Air Canada und ihren Partner-Airlines rund 120 Flugziele in Kanada und den USA. An Bord gibt es eine Drei-Klassen-Konfiguration aus Economy, Premium Economy und Business Class – letztere firmiert bei Air Canada unter dem Label Signature Class. Sämtliche Kabinen seien vor vier Jahren komplett erneuert worden, versichert der Vertriebsmanager.

Am Flugangebot und auch am Service werde sich in nächster Zeit nicht viel ändern, sagt Hartung. Welche Auswirkungen eine Übernahme des kanadischen Konkurrenten Air Transat auf den Transatlantikstrecken hätte, darüber mag er nicht spekulieren. Dazu sei das Thema, das innerhalb Kanadas heiß diskutiert wird, noch in einem zu frühen Stadium, erklärt der Airliner.

Christian Schmicke

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