28. September 2017 | 14:15 Uhr
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Ryanair streicht 18.000 Flüge aus dem Winterflugplan

Ryanair-Chef Michael O’Leary ist das Scherzen über die Konkurrenz vergangen: Weil dem irischen Billigflieger das Personal fehlt, streicht Ryanair von November bis März weitere 18.000 Flüge. Ein Engpass bei den Piloten hatte bereits 2.100 Annullierungen bis Ende Oktober verursacht.

Für viele Verbindungen gebe es heute „zero Bookings“, spielt Ryanair die neuerliche Ausdünnung des Flugplans herunter. Dennoch sind von den Flugstreichungen rund 400.000 gebuchte Passagiere betroffen. Sie bekommen ihr Geld zurück oder können auf einen anderen Flug umbuchen, so Ryanair. Zusätzlich hätten sie eine Flug-Voucher erhalten.

Dem Streichkonzert im Winterflugplan fallen 34 Ryanair-Strecken zum Opfer. Darunter sind auch acht Verbindungen von Deutschland ins Ausland und die einzige innerdeutsche Strecke von Ryanair. Im Einzelnen sind dies:

Baden-Baden – TrapaniBerlin – KölnFrankfurt – TrapaniHamburg – EdinburghHamburg – KattowitzHamburg – OsloHamburg – ThessalonikiHamburg  – VenedigMemmingen – Sofia

Grund für das Dilemma sind offenbar erhebliche Personalprobleme. Ryanair dementiert zwar einen Aderlass an Piloten und auch, dass die Airline generell zu wenige Flugzeugführer habe. Doch das erscheint wenig glaubwürdig. Immerhin bleiben im Winter 25 Flugzeuge am Boden, weil es niemanden gibt, der sie steuern könnte. Laut Ryanair hätten in diesem Jahr 250 Piloten die Airline verlassen. In der Branche wird jedoch über deutlich mehr Abgänge spekuliert.

Anfangs schob Ryanair-Boss Michael O’Leary wie gewohnt die Schuld auf die anderen. Überfüllter Luftraum oder volle Flughäfen seien der Grund. Zudem versuchte er, die Annullierungen als Pünktlichkeitsoffensive zu verkaufen. Doch beides entpuppt sich beim Blick auf die Liste der gestrichenen Flüge als schwer vorstellbar.

Thomas Hartung

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