19. November 2020 | 17:36 Uhr
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Nicko geht mit verstärkter Hochseeflotte ins neue Jahr

Die vom Mutterunternehmen aus dem Nachlass von Transocean ersteigerte „Vasco da Gama“ solle ganzjährig für Nicko Cruises unterwegs sein, bestätigt Geschäftsführer Guido Laukamp (Foto). Zu Routen und Preisen werde man sich Anfang nächsten Jahres äußern. Außerdem feiert die "World Voyager" verspätete Premiere.

Laukamp Guido Geschäftsführer Nicko Cruises Foto Nicko Cruises.jpg

Die "Vasco da Gama" verstärkt nächstes Jahr die Flotte von Nicko-Chef Guido Laukamp

Zehn Millionen Euro hatte die portugiesische Muttergesellschaft Mystic Cruises auf den Tisch gelegt, um die „Vasco da Gama“ aus der Insolvenzmasse des Transocean-Mutterunternehmens Cruise & Maritime Voyages zu übernehmen. Nun hat Nicko-Chef Guido Laukamp einen Neuzugang mit rund 639 Kabinen in der Flotte, den er von 2021 rund ums Jahr vermarkten kann – oder je nach Marktlage muss.

Mit seiner Kapazität ist das Schiff im Kreuzfahrtmarkt insgesamt ein kleines Exemplar, aber doch deutlich größer als die beiden vorhandenen Expeditionsschiffe "World Explorer“ und "World Voyager“, die rund 200 Passagieren Platz bieten. Ein kräftiger Schluck aus der Pulle also.

"Wir freuen uns über den Neuzugang, der uns erweiterte Wachstumsperspektiven bietet", sagt Laukamp. Gemeinsam mit Mystic Cruises arbeite man derzeit an einer Strategie und konkreten Einsatzmöglichkeiten für das Schiff. Genaueres soll dazu im Januar oder Februar spruchreif sein. Für den neuen Veranstalter in See stechen soll das Schiff voraussichtlich vom Frühsommer an.

Hoffnung auf den Neustart 2021

2020 sei für Nicko Cruises, wie für alle anderen Anbieter, ein Horrorjahr, räumt Laukamp ein. Zwar sei man am 1. Juni als weltweit erster Kreuzfahrt-Anbieter wieder auf dem Fluss gestartet und am 12. September lief auch die Hochsee-Saison an. Allerdings dauerte die Freude aufgrund erneuter Einreisebeschränkungen nur bis Oktober. Bereits zuvor waren auf den Flüssen nach steigenden Infektionen in Ländern wie Frankreich, Belgien und den Niederlanden sowie wegen der faktischen Grenzschließung für Touristen durch Ungarn die Anlaufpunkte bei den Flussreisen knapp geworden.

Zweites Expeditionsschiff mit Modifikationen

Im nächsten Jahr soll neben der "Vasco da Gama“ auch die "World Voyager“ das Portfolio bereichern. Das Schwesterschiff der „World Explorer“ sollte eigentlich schon in diesem Jahr zum Einsatz kommen, doch daraus wurde bekanntlich nichts.

Die Voyager, die nun ab März auf den Weltmeeren unterwegs sein soll, ist gegenüber dem Schwesterschiff Explorer leicht modifiziert und laut Laukamp dem deutschen Geschmack angepasst worden. So gibt es dort statt der Zigarrenlounge einen Fitnessraum und statt des Kartenspielzimmers eine Sauna mit Meerblick. Außerdem wurde der Spa-Bereich auf Kosten des Kasinos vergrößert.

Die "World Voyager" soll im Mittelmeer fahren, die Kanaren, die Azoren, Madeira, sowie Kuba und die Karibik,  Westeuropa, Nordeuropa, und dazu noch das Baltikum, Nord- und Ostsee ansteuern. Insgesamt können die Gäste mit der World Voyager 31 Länder, 136 Städte und Orte und 45 Unesco-Welterbestätten erleben. Die Kreuzfahrten sind bereits buchbar.

Christian Schmicke

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