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6. November 2019 | 07:00 Uhr
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MSC kündigt LNG-Schiff mit Brennstoffzellentechnik an

Am Samstag findet die Tauffeier der "Grandiosa" in Hamburg statt und das erste Schiff einer neuen Klasse steht schon in den Startlöchern. 2022 soll mit der "Europa" das erste Schiff der neuen "World Class" starten, das mit Flüssigerdgas fährt und mit einer neuartigen Brennstoffzellentechnik arbeiten soll.

MSC Europa

Die "MSC Europa" ist auf mehr als 5.000 Passagiere ausgelegt

Bei einer Doppelbelegung der Kabinen soll die "Europa" 5.264 Passagieren Platz bieten. Nur die Kapazität der Schiffe der sogenannten „Oasis“-Klasse von Royal Caribbean haben mehr Kapazität. Die "World Class" ist die erste Schiffsklasse von MSC, die auf den Antrieb mit Flüssigerdgas ausgelegt ist.

Zugleich haben die Reederei und die französische Werft Chantiers de l'Atlantique, in der die "Europa" gebaut wird, eine neue Brenstoffzellentechnologie angekündigt. Die sogenannte SOFC-Technik (Solid Oxide Fuel Cell – Festoxidbrennstoffzelle) arbeitet laut MSC mit sehr hohen Temperaturen um 750 Grad und soll für schiffsähnliche Hochleistungsanwendungen effizienter sein als die wasserstoffbasierten Polymerelektrolytbrennstoffzellen (PEMFC)-Lösungen, die beispielsweise im Automobilsektor eingesetzt werden.

Hoher Wirkungsgrad und Betrieb mit mehreren Kraftstoffen

Sie biete einen "sehr guten elektrischen Wirkungsgrad von bis zu 60 Prozent", heißt es. Da die erzeugte Wärme an Bord selbst genutzt werden könne, sei ihr Gesamtwirkungsgrad deutlich höher, was zu einer direkten Reduzierung des Energieverbrauchs und damit auch zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen führe.

Die SOFC-Lösung, die mit LNG betrieben wird, würde die Treibhausgasemissionen um etwa 30 Prozent im Vergleich zu einem herkömmlichen LNG-Motor reduzieren, ohne Emissionen von Stickoxiden, Schwefeloxiden oder Feinstaub, erklärt die Reederei. Darüber hinaus biete sie den Vorteil, dass sie mit vielen Kraftstoffen, wie zum Beispiel LNG/Methan, Methanol, Ammoniak, Wasserstoff, arbeiten könne und damit mit deren zukünftigen synthetisch erzeugten kohlenstoffarmen Versionen kompatibel sei.

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