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16. Juli 2019 | 07:00 Uhr
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Georgien und Ägypten sind die Renner bei Studiosus

Eine durchwachsene Buchungslage präsentiert Studiosus mit den ersten Katalogen für 2020. Ägypten, Israel und Georgien gehen durch die Decke, Sri Lanka, China und Südafrika sind die Sorgenkinder. „Es ist derzeit wirklich schwer zu sagen, wohin die Reise in diesem Jahr geht“, so Geschäftsführer Peter-Mario Kubsch.

Georgien Tiflis Foto iStock Ozbalci

Tiflis in Georgien ist einer der Renner bei Studiosus.

 „Eigentlich gab es für dieses Jahr gute Voraussetzungen“, so der Studiosus-Chef, keine Anschläge und gute Preise. Aber irgendwie war dann doch der Wurm drin. „Seit Januar gehen die Buchungen zurück“, so Kubsch. Deutungen für die Zurückhaltung der Kunden gab und gibt es viele: der heiße Sommer letztes Jahr, das Flugchaos, der Overtourism und dann noch Greta und der Klimawandel, was den Begriff der Flugscham prägte. Schlüssige Antworten seien das alles nicht, meint Kubsch.

Eines steht für den Studiosus-Inhaber jedoch fest: „Wir müssen uns der Klimadiskussion stellen, und alle Akteure müssen mehr im Kampf gegen die Klimaerwärmung machen.“ Die Achillesferse sei hierbei der Flug, so Kubsch. Doch der ließe sich bei vielen Zielgebieten nicht vermeiden. Zuhause bleiben, ist für den Studiosus-Chef keine Option. „Unsere Reisen tragen zur Völkerverständigung bei, erweitern den Horizont, eröffnen neue Perspektiven und fördern Offenheit und Toleranz.“ Sie seien sinnvoll, so Kubsch.

„So lange der technische Fortschritt kein klimafreundliches Fliegen ermöglicht, setzen wir auf die zweitbeste Möglichkeit, um das Klima zu schützen: die CO2-Kompensation“, sagt Kubsch. Das sei alles andere als ein Ablasshandel, sondern der einzige Weg zu fliegen, ohne das Klima zusätzlich zu belasten. Studiosus kompensiere bereits seit 2012 Bus-, Bahn- und Schiffsfahrten für alle Gäste. Flüge können Studiosus-Gäste freiwillig kompensieren. Diesen Betrag für alle zu übernehmen, damit würde sich Studiosus aus dem Markt preisen, sagt Kubsch. Das müsse für alle Pflicht werden.

Ägypten kommt auch bei Studienreisen zurück

Mit Zuwachsraten von über 60 Prozent fallen die Ziele Ägypten, Israel und Georgien aus dem Rahmen. In Ägypten komme Studiosus wieder auf 1.000 Gäste, was aber immer noch weit entfernt vom Rekord mit 4.000 Studienreisenden ist. Im neuen Jahr stünden Preiserhöhungen um 15 Prozent an, was aber auch nur eine Anpassung an das Vor-Krisen-Niveau ist.

In Israel ist die Situation ähnlich wie in Ägypten und Georgien der Geheimtipp schlechthin. Zwei Drittel mehr Gäste zählt Studiosus. Kubsch sieht den Aufschwung vor allem in der Frankfurter Buchmesse begründet, auf der sich Georgien als Partnerland in Szene setzte.

Sorgen bereiten Kubsch Sri Lanka und China. Nach den Anschlägen sei die Nachfrage zum Stillstand gekommen, und das habe sich bisher nicht geändert. Gebuchte Reisen fänden zwar statt, aber es gebe keine Neubuchungen. Probleme sieht der Tourismuskenner auf China zukommen, sollten die Visa-Bedingungen weiter verschärft werden. Das habe man am Beispiel Russland erkennen können.

Die Südafrika-Buchungen sind bei Studiosus um 20 Prozent eingebrochen, woran für Kubsch Preiserhöhungen um 12 Prozent schuld seien. Ein Ende des Fernreisetrends sieht er dennoch nicht. Insgesamt rechnet Kubsch bis Ende des Jahres mit einem einstelligen Plus.

Fünf Kataloge zum Start ins neue Jahr

Mit drei Studiosus- und zwei Marco-Polo-Katalogen startet Kubsch den Reigen mit den neuen Programmen. Studiosus präsentiert 20 neue Reisen, darunter eine in Ägypten und eine in Marokko. Erstmals seit 2011 ist eine Studienreise in den Libanon wieder im Programm. In Georgien kommen zwei weitere Rundreisen dazu. Gewandert wird jetzt auch in Vietnam und Kambodscha. Den Yangzte in China erkundet Studiosus auf neuen Wegen, in Borneo steigen die Gäste in die Höhlensysteme des Gunung-Mulu-Nationalparks.

Die Neuheiten bei Marco Polo decken sich teilweise mit denen der Schwestermarke Studiosus. Georgien und der Libanon findet man auch hier. Dazu neue Trips zum Beispiel nach Albanien, Armenien, Jordanien und Tansania. Die Kataloge für Europa-Reisen von Studiosus sowie Young Travel und Individualreisen von Marco Polo erscheinen dann im September.

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