27. Februar 2019 | 13:25 Uhr
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DER Touristik kontert Buchungsflaute mit Rabatten

Der Konzern, der schon im vergangenen Geschäftsjahr Umsatzeinbußen hinnehmen musste, kann sich auch im Januar und Februar nicht vom schwachen Markttrend lösen. Zur Stimulierung der Buchungen weitet der scheidende DER-Touristik-Chef Central Europe, René Herzog, die Frühbucherrabatte aus.

Herzog-Rene-CEO-DER-Touristik

René Herzog dreht an der Preisschraube

Auch die Touristiksparte der Rewe Group bleibt von der zurückhaltenden Nachfrage der Verbraucher nicht verschont. Nach Auswertung der üblicherweise starken Buchungswochen im Januar und Februar liege der Buchungsstand "derzeit noch unter den Erwartungen", heißt es. "Irgendetwas hält viele Kunden davon ab, jetzt ihren Sommerurlaub zu buchen. Die Konjunktur und die Arbeitsmarktlage können nicht der Grund sein. Es ist vermutlich die Wirkung des Rekordsommers 2018 in Deutschland", sagt René Herzog, CEO der DER Touristik Central Europe.

Gute Preise, breite Auswahl

Wie alle Anbieter hofft natürlich auch die DER Touristik, dass die Bundesbürger ihre Reisepläne in diesem Jahr nicht begraben, sondern nur auf die lange Bank schieben. Um den Markt zwischenzeitlich zu stimulieren, werden die Frühbuchervorteile ausgeweitet. "Wer jetzt bucht, stößt auf ein sehr gutes Verhältnis von sehr großer Auswahl und sehr guten Preisen", erklärt Herzog.

Schwächelnde Nachfrage verzeichnen nach Angaben des Chefs von DER Touristik Central Europe, der das Unternehmen zur Jahresmitte verlässt, Italien, Kroatien und die Kanaren. Die Nachfrage nach Balearen-Urlaub liege derzeit auf dem Vorjahresniveau. Die griechischen Ferieninseln Rhodos, Kos und Korfu lägen dagegen "deutlich im Plus", so Herzog. Ägypten und Tunesien könnten mit hohen zweistelligen Wachstumsraten punkten, während die Türkei um mehr als 50 Prozent zugelegt habe. Autoreiseziele wie Deutschland, Österreich und die Niederlande verzeichneten ebenfalls höhere Buchungseingänge als im Vorjahr.

USA kommen zurück

Im Aufwind seien auch viele Fernreiseziele, darunter die Dominikanische Republik, Tansania und Kenia mit einem jeweils zweistelligen Buchungsplus. Auch für die USA zeichne sich eine Trendwende ab: Nach sinkenden Buchungszahlen in den Vorjahren steige das Land mit einem einstelligen Buchungsplus erstmals wieder in der Beliebtheit der DER Touristik-Gäste. Herzog begründet das mit günstigen Preisen infolge der Wechselkurse. Auch der nordamerikanische Nachbar Kanada liege weiterhin im Trend und verzeichne für den Sommer 2019 eine "konstant hohe Nachfrage".

Große Sorgen um den Flugmarkt macht sich Herzog indes nicht. Zwar sinke nach der Germania-Pleite das Überangebot an Flügen im Vergleich zum Vorjahr leicht. Dennoch halte DER Touristik ausreichend Kapazitäten und biete alle Flugpauschalreisen wie geplant an. Von der Insolvenz der Fluggesellschaft Germania war eine fünfstellige Zahl von DER Touristik- Gästen betroffen, die nahezu alle auf alternative Flüge umgebucht worden sind.

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