31. März 2022 | 08:00 Uhr
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Anex kündigt Comeback von Neckermann Reisen am 5. April an

Die Strahlkraft der Traditionsmarke wieder aufleben zu lassen, ist das Ziel des neuen Direktors von Neckermann Reisen, Michael Nickel (Foto). Neckermann startet mit ersten Pauschalreisen nach Spanien, Griechenland, Ägypten und in die Türkei am 5. April. Der Vertriebsfokus soll auf Reisebüros liegen; sie erhalten ab der ersten Buchung zehn Prozent Provision.

Nickel Michael Direktor Neckermann Reisen Foto Neckermann Reisen

Michael Nickel ist das neue Gesicht von Neckermann Reisen

Mit dem Neubeginn setze das Führungsteam da an, wo Neckermann 1962 angefangen habe – als Marke für erschwingliche Pauschalreisen, so Nickel. Der neue Direktor für Neckermann Reisen war zuletzt bei Lidl Reisen für das gesamte Produkt zuständig. Zweiter Mann im Team ist Anex-CCO Gaspare Accetta, der für Marketing und Sales verantwortlich ist. Sie berichten direkt an Murat Kizilsac, den CEO der Anex Tour Gruppe.

Klassische Sonnenziele im Fokus

Auf Produktseite werde Neckermann ab dem 5. April mit rund 1.000 Hotels in den deutschen Buchungssystemen vertreten sein, kündigt Nickel an. Es werde keine Hotels aus Bettenbanken geben, eher ausgewählte Hotels im Vier- bis Fünf-Sterne-Plus-Bereich, familienfreundlich und überwiegend All-inclusive. Man bringe derzeit die Einkäufer in Position, um genau das Paket zu schnüren. "Viele Hoteliers in Zielgebieten sind bereit, wieder mit uns zu arbeiten", so der Neckermann-Chef.

Erster Katalog im Winter als Printausgabe

Weitere Destinationen sollen nach und nach folgen, zum Winter ist auch ein gedruckter Katalog geplant. In den nächsten Wochen sollen Reisen nach Tunesien, Bulgarien, Kroatien, Portugal, Italien sowie in Eigenanreiseziele das Angebot ergänzen. Auf längere Sicht komme auch die Fernstrecke ins Spiel, jedoch frühestens im kommenden Winter.

Neckermann buhlt um die Reisebüros

Für Vertriebschef Accetta liegt der Fokus auf Reisebüros, schließlich sei Neckermann mit dem stationären Vertrieb groß geworden, sagt er. Verkauf funktioniere am besten über Emotionen und den persönlichen Kontakt, den lieferten nur die Berater am Counter. Daher plant der Manager eine Vielzahl an Vertriebsaktionen, vom "Sales Blitz" über Roadshows und Events, Inforeisen und Famtrips bis hin zu Webinaren und einen NEC-Expertenrat.

"Fair-Tarif" und Provisionen

Neckermann wird in das Provisionsmodell von Anex integriert. Es geht los bei zehn Prozent ab der ersten Buchung; in der Spitze sind 13 Prozent möglich, ab einem Umsatz von 390.000 Euro. Die Provision werde im Folgemonat der Buchung ausgezahlt, erklärt Accetta weiter. Um die Buchungsbedingungen kundenfreundlich zu gestalten, gibt es auch bei Neckermann Reisen den sogenannten "Fair-Tarif" der Anex-Gruppe. Er bietet flexible Umbuchung und Stornobedingungen für 21 Euro pro Vollzahler, Kinder sind kostenfrei abgesichert. Der Tarif wird auch verprovisioniert, 50 Prozent bleiben im Reisebüro, so Accetta.

NEC "unverschuldet in Insolvenz geraten"

"Wir setzen auf den hohen Bekanntheitsgrad der Marke, die in der Wahrnehmung eine verlässliche Marke geblieben ist", so Nickel. Neckermann sei 2019 "unverschuldet in die Insolvenz geraten", die britische Mutter Thomas Cook habe die Marke mit runtergezogen. In einer aktuellen Yougov-Umfrage habe sich deren Bekanntheit bestätigt. Neckermann war demnach mit 70 Prozent die zweitbekannteste Marke im Markt hinter TUI (80%), gleichauf mit Alltours (69%) und vor DER (52%).

Akzeptanz beim Kunden hoch

Auf Nachfrage erklären die neuen Neckermänner, dass es sicher Zweifler unter den Reisebüros gebe, die man aber überzeugen wolle. "Beim Kunden ist nichts hängen geblieben", ist Nickel überzeugt. Die Nachfrage und damit der Kundendruck werde auch den Counter überzeugen, denn die Marke sei für sie ein Zugewinn. Man biete ein wenig  erklärungsbedürftiges und leicht verkaufbares Produkt. "Wir planen eine langfristige Etablierung, letztendlich als Hauptmarke bei Anex, und wollen dahin, wo Neckermann herkommt und nicht dahin, wo es 2019 zu Ende ging", so Nickel. "Die Anex-Gruppe hat die Power; wir wollen diese Stärke nutzen, mit eigenen DMCs, eigenem Einkauf und eigener IT", kündigt er an.

Sabine Schreiber-Berger

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